Die Geschichte der DLRG

Die Geschichte der DLRG und der Ortsgruppe Pinneberg

Gründung der DLRG

Den Anstoß zur Gründung einer Gesellschaft mit der alleinigen Verantwortung für die Wasserrettung gab das große Unglück am 28. Juli 1912 an der Seebrücke des Ostseebades Binz auf Rügen. Dort verfolgten hunderte Schaulustige die Manöver der kaiserlichen Marine, als die Brücke unter der Last der vielen Menschen zusammenbrach und 17 Menschen, darunter auch 7 Kinder mit in den Tod riss. Viele Menschen starrten hilflos und tatenlos auf die verzweifelt mit dem Ertrinkungstod kämpfenden Menschen.

Es blieb die Erkenntnis, dass viele Menschen (in Deutschland ca. 97%) nicht schwimmen konnten und noch weniger in der Lage waren, andere Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Daraus entwickelte sich die humane Idee: Schwimmen lernen, Retten lernen.

So wurde am 19. Oktober 1913 in Leipzig die DEUTSCHE LEBENS-RETTUNGS-GESELLSCHAFT gegründet. Von da an beginnt, nach zeitbedingten Schwierigkeiten wie zwei Weltkriege und Inflation, die Entwicklung der DLRG zur größten ehrenamtlichen Wasserrettungsorganisation der Welt.

 

Gründung der DLRG Pinneberg

Wie entwickelte sich aber die DLRG-Arbeit in Pinneberg?

Um 1930 wurde in Pinneberg in einem Teich an der Mühlenau gebadet, im Bereich der jetzigen Straßenzüge „An der Mühlenau“, „Oeltingsallee“, „Osterholder Allee“ und „Saarlandstraße“.

Ende der 30er Jahre wurde die „Badeanstalt“ auf das Gelände des heutigen Freibades verlegt. Von da an gab es vereinzelten DLRG-Betrieb in Pinneberg, der vom Bezirk Altona betreut wurde.

Anfang der 50er Jahre entstand im Großraum Pinneberg die DLRG Ortsgruppe Pinneberg-Rellingen, die 1952 zur DLRG Ortsgruppe Halstenbek-Rellingen wurde. Pinneberg sollte eine eigene Ortsgruppe bekommen.

Am 10. Januar 1953 gründete Rudi Gramm die DLRG Ortsgruppe Pinneberg. Neun Tage später versammelte sich eine Schar Schwimmbegeisteter um Rudi Schramm, um die Geburtsstunde der Ortsgruppe Pinneberg zu feiern. Am Ende des Gründungsjahres umfasste die Pinneberger DLRG schon 85 Mitglieder. Im selben Jahr richtete die Ortsgruppe unter der Führung von Rudi Gramm die erste Jugendfahrt nach Rettin an der Ostsee aus. Wie auch bei späteren Freizeiten kam hier das Kuppelzelt aus Beständen der Wehrmacht zum Einsatz. Im Zelt wurden damals schon Wochenendpartys gefeiert.

In den Sommermonaten 1953 wurde zum ersten Mal Anfängerschwimmen im Freibad angeboten, da es zu diesem Zeitpunkt noch kein Hallenbad in Pinneberg gab. Im Freibad standen den Schwimmern ein See und ein aus den 30er Jahren stammendes Schwimm- becken zur Verfügung, dessen Fußboden bis dahin aus Lehm bestand, was eine braune Wassertrübung verursachte. Dieses Schwimmbecken wurde am 6. August 1960 durch ein neues 50m Becken ersetzt. Bei dessen Einweihung konnte die DLRG Ortsgruppe Pinneberg den vielen Ehrengästen das Ausbildungs-programm in verschiedenen Übungen und nun in „klarem Wasser“ vorführen. Um im Freibad möglichst schnell bei verunglückten oder ermüdeten Schwimmern zu sein, besaß die DLRG Pinneberg ein hölzernes Ruderboot. Dieses musste bei Wachbeginn von mindestens vier Kameraden unter der Wachstation hervorgeholt werden. Als das Boot nach langjähriger „Dienstzeit“ nicht mehr für den Wachdienst geeignet war, wurde die Stadt Pinneberg um Ersatz gebeten. Nachfolger war nun ein Tretboot, mit dem die DLRG Pinneberg die Sicherheit der Badegäste gewährleisten konnte.

 

Anfang 1963 war es dann endlich soweit: Das erste überdachte Schwimmbad in Pinneberg, das Lehrschwimmbecken der Jahnhalle, ist eingeweiht worden. Die DLRG Ortsgruppe Pinneberg ließ sich in der Aufstellung des Benutzungsplanes so berücksichtigen, dass nun ganzjährig die Möglichkeit der Anfänger-schwimmerausbildung möglich war. Dadurch stellten sich die ersten Erfolge ein, da nun die langen Wartelisten für die Schwimmkurse abgebaut werden konnten und viele Kinder bei der DLRG Pinneberg schwimmen lernten.

 

Langsam aber sicher wurde die DLRG Pinneberg zur stärksten Ortsgruppe im

1964, also 11 Jahre nach der Gründung, begrüßte die Ortsgruppe Pinneberg das 500. Mitglied.

Anfang der 60er Jahre veranstalteten eine große Anzahl der jugendlichen Mitglieder Radtouren, Zeltlager und sogenannte „Fahrten ins Blaue“.

Am 27. und 28. April 1968 fand in Pinneberg die DLRG Landesverbandstagung Schleswig-Holsteins statt. Versammlungsort war die Eggerstedt – Kaserne.

Die DLRG Pinneberg präsentierte sich mit einer Ausstellung im Rathaus und mit Vorführungen aus der Rettungsschwimmausbildung im Becken des Freibades.

Im selben Jahr hatte eine Hitzwelle mit über 30 Grad im Schatten das Leben in Pinneberg gelähmt. Das Pinneberger Freibad wurde von fast 20.000 Besuchern gestürmt. Ein 11jähriger Junge verstarb im Freibad, der trotz sofort eingeleiteter  Wiederbelebung nicht zum Leben wieder erweckt werden konnte.

Nur einen Tag später mussten die DLRG Rettungsschwimmer schon wieder eine Lebensrettung durchführen, nachdem der Badesee von etwa 100 Schwimmern nach einem vermissten Jungen abgesucht wurde. Dieser konnte nach einer erfolgreichen Wiederbelebung ins Pinneberger Krankenhaus transportiert werden. Es kam immer wieder zu tragischen Unglücken, da viele Besucher des Freibades die Anweisungen der Bademeister und Rettungsschwimmer nicht beachteten.

Am 15. Juni 1969 bekam die Pinneberger DLRG im Freibad eine eigene Wachstation, die seit 1971 den Namen dessen Mann trägt, der maßgeblich dabei mitgewirkt hat, diese Station zu realisieren: Walter-Sabrowski-Station.

Vorbei waren nun die Zeiten, als den Wachdienstleistenden nur ein kleines Zelt als Unterkunft zur Verfügung stand.

In der DLRG Pinneberg gab es 1970 erhebliche Meinungsunterschiede zwischen den sogenannten „Alten“ und „Jungen“. Dies führte dazu, dass der auf der Jahreshauptversammlung neugewählte Vorstand auf wichtigen Positionen durch unerfahrene Mitglieder besetzt wurde. Nur durch den unermüdlichen Einsatz von Horst Gundlach, der die gesamte Vorstandsarbeit ausübte, gelang es, die DLRG Pinneberg nicht auseinanderbrechen zu lassen. Ihm gebührt noch heute die Hochachtung aller Mitglieder.

Mit der Ehrenmedaille der Stadt Pinneberg wurden am 18. Januar 1973 Winfried Aue und Karl Groth ausgezeichnet. Beide hatten am 19. Juli 1972 ein Menschleben im Pinneberger Freibad gerettet. Das zehn Jahre alte und 3jährige Mädchen wurden von den beiden aus dem See geborgen und mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung ins Leben zurückgeholt.

1974 war nach mehrjähriger Planung das Hallenbad Pinneberg seinen Bestimmungen übergeben worden. Einige Pinneberger Schulen, der VFL Pinneberg und natürlich auch die DLRG Ortsgruppe Pinneberg sorgten für den sportlichen Rahmen bei der Einweihungsfeier. Jetzt konnten das ganze Jahr über Rettungsschwimmer ausgebildet werden, da die Stadt der DLRG Pinneberg entsprechende Übungszeiten zur Verfügung stellte. Diese Trainingszeiten haben sich bis zum heutigen Zeitpunkt nicht verändert.

Nur ein Jahr später verteilte sich dann die Anfängerschwimmausbildung auf zwei Lehrschwimmbecken, denn 1975 wurde das Schwimmbecken in der Hans-Claussen-Schule in Betrieb genommen. Nun konnte auch die Erwachsenenschwimmausbildung beginnen.

Im Rahmen des Landesjugendtreffen mit 340 Aktiven im Dezember 1975 in Pinneberg, das mit einem Besuch des Uetersener Luftwaffenmuseum, einem Tanzabend und einer Hafenrundfahrt in Hamburg verbunden war, waren die jungen Rettungsschwimmer in der Eggerstedt-Kaserne verpflegt und einquartiert worden.

Bei den am nächsten Tag stattgefundenen Landesmeisterschaften sicherte sich der DLRG Bezirk Pinneberg mit acht Siegen und 23 Plazierungen den ersten Rang vor der DLRG Flensburg. Die Wettkämpfe wurden im Pinneberger Hallenbad ausgetragen.

1976 waren bei der DLRG Ortsgruppe Pinneberg ca. 50 Wachgänger aktiv am Wachdienst im Hallenbad, im Freibad und auch auf der zu Pinneberg gehörigen Insel Helgoland. Alle Wachgänger zusammen haben 1.768 Stunden Dienst geleistet, um den Badenden und Wassersporttreibenden das Gefühl von Sicherheit zu geben.

Bei den im gleichen Jahr stattgefundenen Landesmeisterschaften in Wedel gab es für die Pinneberger Ortsgruppe gleich dreimal Grund zum Jubeln, denn die Mannschaften erkämpften sich den begehrten Titel des Landesmeisters.

Im Jahre 1977 konnte die DLRG Pinneberg das 1.000 Mitglied der Ortsgruppe willkommen heißen. Dieser sprunghafte Anstieg der Mitglieder-zahlen (von 755 auf 1.047) war auf die zahlreichen Schwimmkurse zurück-zuführen, die jetzt in den drei Schwimmhallen angeboten wurden.

Zum 25jährigen Jubiläum der DLRG Ortsgruppe Pinneberg, welches vom 14. – 16. Juli 1978 gefeiert wurde, hatte das Festkomitee einige Besonderheiten organisiert. Mit einem Empfang im Pinneberger Rathaus wurde das Jubiläum eingeläutet. Am Einsatzwagen des Landesverbandes Schleswig-Holstein und eines seiner Rettungsboote konnten Interessierte sich über den neuesten Stand der Technik informieren. Auch die Demonstration der Wiederbelebung an einer Übungspuppe mit einem Pulmotor weckte die Neugier der Spaziergänger.

Abends lud die DLRG Pinneberg dann zum „Rosenball“ mit Tombola ins Cap Polonio ein. Durch die Hilfe einiger Pinneberger Geschäftsleute, die ca. 250 Preise gestiftet hatten, ging so mancher mit voll beladenen Präsenten nach Hause.

Der für den Sonntag geplante Rettungsschwimmwettkampf der Pinneberger Schulen musste leider ausfallen, da sich nur drei Schulen gemeldet hatten.

 

Im Pinneberger Hallenbad kam es am 7. Juli 1979 zu einem Weltrekord. In sieben Stunden, 18 Minuten und 49,2 Sekunden hatte eine 500 x 50 Meter Freistilstaffel den vom Elmshorner Schwimmclub gehaltenen Weltrekord um mehr als 32 Minuten gebrochen.

Am Weltrekord beteiligten sich außer der VFL-Schwimmabteilung auch Schwimmer der DLRG Pinneberg und der Wasserwacht.

Außerdem hatten die Pinneberger Lebensretter eine neue Wieder-belebungspuppe für 2500 Mark gekauft, die durch eine Haus- und Straßensammlung finanziert wurde.

An der Puppe konnte anhand eines Aufzeichnungsgerätes eine ordnungs-gemäße Wiederbelebung durch Mund-zu-Mund-Beatmung und die Herz-Druck-Massage überprüft werden. Hauptsächlich übten die Schwimmer an der neuen Puppe, die die Rettungsschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold ablegen wollten.

 

August 1979: Die „gläserne Spardose“ wurde ins Leben gerufen, in der ausländische Urlaubsrestmünzen als Spende für die DLRG abgegeben werden konnten. Initiator dieser ungewöhnlichen Spendenaktion ist Lajos Maisch, dem die Idee beim Urlaub mit dem Wohnmobil quer durch Europa gekommen war.

Zum Fasching am 2. Februar 1980 lud die DLRG Pinneberg ihre erwachsenen Mitglieder ein. Gefeiert wurde in der Gaststätte Sellmann. Da fast alle verkleidet waren, konnte ausgelassen getanzt und das gute Essen genossen werden.

Am 25. März 1980 bekam Horst Gundlach das Verdienstabzeichen in Gold für sein besonderes Engagement in der DLRG Ortsgruppe Pinneberg. Dieses ist die höchste Auszeichnung, die die DLRG vergibt.

Der erste Fernsehauftritt der DLRG Pinneberg fand am 9. August 1980 in der ZDF-Sendung „Freizeit – und was man damit macht“ statt. An zwei Tagen haben Kamerateams die Rettungs-schwimmer im Freibad bei ihrer Ausbildung und im Einsatz auf der Helgoländer Badedüne gefilmt. So wurden in der bundesweit ausgestrahlten Sendung Ausbildungs- möglichkeiten und Arbeitsdienste der DLRG Mitglieder dargestellt.

Im Herbst 1980 verbrachten 32 Jugendliche im Alter von acht und 12 Jahren einen schönen Herbsturlaub in Altenau und Goslar im Harz. Diese Freizeit war von der DLRG Bezirk Jugend organisiert worden.

Mit neun Betreuern verlebten die Mädchen und Jungen ein umfangreiches Spieleprogramm, das von einer Schnitzeljagd bis hin zur Nachtwanderung alles beinhaltete und keine Langeweile aufkommen ließ.

Pfingsten 1981 wurde das neue Zelt am Plöner See eingeweiht, für das im vergangenen Jahr bei einer Haus- und Straßensammlung 1800 DM zusammen gekommen waren.

Bevor die Jugendlichen das Zelt nutzen konnten, stellte es die DLRG Pinneberg den Opfern der Erdbebenkatastrophe in Italien zur Verfügung. Das Mannschaftszelt sollte außerdem bei Informationsveranstaltungen der DLRG aufgeschlagen werden.

In den Herbstferien 1981 fuhren 21 Jugendliche im Alter von 10-16 Jahren anläßlich einer Jugendfreizeit nach Bad Lauterberg im Harz.

Bei ausgedehnten Wanderungen zur Odertalsperre und zum Bismarckdenkmal hatten die Jugendlichen genauso viel Spaß wie beim Besuch der Sommerrodelbahn in St. Andreasberg. Abends wurde dann im Aufenthaltraum der Jugendherberge meistens ein lustiger Film zum Ausklingen geschaut.

Bei einem Flohmarkt bzw. Weihnachtsbasar am 19. Dezember 1981 auf dem Pinneberger Marktplatz, den die Jugendgruppe der DLRG Pinneberg veranstaltete, kamen rund 340 Mark zusammen. Dieser Erlös sollte für Frühjahrs- und Herbstfahrten der Jugendlichen verwandt werden. Bei der zum ersten Mal durchgeführten Veranstaltung wurden neben Spielzeugautos und Trockenhauben auch Glühwein, Schmalzbrote und selbstgebackener Kuchen verkauft.

Am 22. Februar 1982 luden die DLRG Pinneberg und die Stadtwerke zum Rosenmontags-Schwimmen ins Hallenbad ein. Etwa 600 Besucher kamen in originellen Kostümen, da die beste Verkleidung prämiert worden ist. Bis 22 Uhr wurde dann noch nach Herzenslust im nassen Element getanzt.

Im Herbst 1982 gab es eine Neuerung in der Anfängerschwimmausbildung bei der DLRG Pinneberg. Es wurden die ersten Anfängerschwimmkurs für Kinder ab 4 Jahren angeboten, an denen die Mütter, aber selbstverständlich auch die Väter teilnehmen konnten.

Die Jugendwarte der DLRG Pinneberg riefen im Dezember 1982 das Weihnachtsbasteln ins Leben. Was die vier bis zehnjährigen Schwimmerinnen und Schwimmer anfertigten, war recht erstaunlich. Zur Stärkung gab es selbstgebackenen Kuchen und Plätzchen, für den großen Durst Orangensaft und Kakao.

Die Kinder waren vom Basteln so sehr begeistert, dass ihre Eltern Mühe hatten, sie abends abzuholen.

1983 größte Gliederung in Schleswig-Holstein mit 1345 zahlenden Mitgliedern, von denen rund ein Drittel in der Mitarbeit aktiv sind.

25 Aktive der Jugendabteilung hatten am 9. April 1983 die Rasenflächen des Pinneberger Freibadgeländes mit 22 neuen Bäumen verschönert. Mit dem Pflanzen der gestifteten Bäume leitete die DLRG die Baumpflanzaktion der Stadt Pinneberg ein und nutzte dieses, um die Wachstation für den bevorstehenden Sommer einsatzbereit herzurichten.

Eine Fahrradtour quer durch den Klövensteen sollte 1983 die Aktiven zusammenschweißen. Auf dem Spielplatz legte man die erste Rast ein. Hier wurde gegrillt und die Jugendlichen spielten mit den „Alten“ Fußball. Nach der Stärkung ging es zum Wildgehege, welches der Wendepunkt dieser Tour war.

15 Personen betätigten sich am 28. Mai 1983 als Müllmänner. Im Rahmen einer Umweltschutzaktion reinigten die Jugendlichen die Mühlenau rund um das Pinneberger Freibad. Der von der Stadt bereitgestellte LKW war am Ende randvoll mit Fahrrädern, einer Kinderkarre und sogar einem Mofa gefüllt. Die 1000 Meter lange Säuberungsaktion wurde abends mit einer kleinen Grillparty im Freibad abgeschlossen.

Nur vier Monate später zogen die Jugendlichen erneut los, um diesmal die Mühlenau vom Bahnhof bis zur Bauernmühle vom Unrat zu befreien. Als wieder etliche Fahrräder geborgen wurden, konnte noch niemand ahnen, dass die DLRG Pinneberg für diese Arbeit mit dem Umweltschutzpreis geehrt worden würde. Der Preis in einer Höhe von 1500 Mark sollte der Jugendgruppe bei Freizeitaktivitäten zu Gute kommen.

Einen überraschenden Eklat gab es am 25. März 1984 auf der Jahreshaupt-versammlung im VFL-Heim. Der Technische Leiter Achim Brosius wurde per Dringlichkeitsantrag abgewählt. Man warf ihm Organisationsschwächen, Uninformiertheit und Vernachlässigung der Mitglieder vor. Die Diskussion zeigte auch, dass die Ausbildungssituation innerhalb der DLRG zu wünschen übrig ließ. Brosius war danach aber noch lange Ausbilder für die Rettungschwimmkurse.

Als neue Technische Leiter sind Günther Unbescheid und Winfried Aue gewählt worden. 

Die DLRG Jugendgruppe veranstalte am 4. November 1984 ein Fußball-Hallenturnier. Sieger des mehrstündigen Wettkampfes in der Jahnhalle war die Mannschaft der DLRG Quickborn. Neben DLRG Jugendgruppen des Bezirkes Pinneberg nahmen auch noch befreundete Gruppen wie das Jugendrotkreuz und die Jugendfeuerwehr teil. Da sich das Turnier allgemeiner Beliebtheit erfreute, wurde es bis 1999 jährlich in den Pinneberger Sporthallen ausgetragen.

1985 bat die Pinneberger DLRG erstmalig das mittlerweile traditionelle Osterbasteln an. Etwa 50 Kinder im Alter zwischen sieben und 13 Jahren fanden sich an zwei Nachmittagen in den Schulungsräumen ein. Unter Anleitung von Harm Kähler und einigen begeisterten Helfern bastelten die Kinder kleine Osterhasen oder Schmuck für den Osterstrauß. Seit 1999 wurde statt des Bastelns das Osterbacken im Geschwister-Scholl-Haus durchgeführt.

Zum ersten Mal hatten im Sommer 1985 die Stadtwerke Pinneberg und die DLRG-Jugend zu einer großen Grill-Fete mit lustigen Spielen und Disco-Musik ins Freibad eingeladen. Beim Tauziehen der DLRG Schwimmer mit einer zusammengestellten Besucher-mannschaft waren die Rettungsschwimmer ohne Chance. Auf dem Programm standen auch noch Torwandschießen, eine Autoreifen-Rallye im Wasser und das Fackelschwimmen.

Wegen des großen Erfolges wurde dieses „Spiel ohne Grenzen“ ein Jahr später wiederholt.

Durch den enormen Mitgliederzuwachs reichte die Wachstation irgendwann nicht mehr für alle Aktiven aus, um die zahlreichen Aufgaben und Tätigkeiten zu erledigen. Aus diesem Grund stellten die Stadtwerke Pinneberg der Ortsgruppe einen Teil des Flachdachbaus im Freibad als Schulungszentrum zur Verfügung, das am 15. Dezember 1985 eingeweiht wurde. Zuvor hatten die aktiven Mitglieder das Schulungsheim in mühseliger Kleinarbeit für ihre Zwecke renoviert. In den neuen Räumlichkeiten wurden die Vorstandssitzungen abgehalten, die bislang donnerstags am Beckenrand oder bei den Vorstandsmitgliedern zu Hause stattfanden. Im neuen Gebäude konnte jetzt erstmalig in der Rettungs-schwimmausbildung ein Theorie-unterricht angeboten werden. Zuvor hatten sich die interessierten Schwimmer an der Wachstation getroffen, um Übungen für den Rettungsschwimmschein zu erlernen. Nach bestandener Prüfung erhielten die neuen Rettungsschwimmer ihre Abzeichen. Von da an konnten sie sowohl im Freibad als auch im Hallenbad Wache machen. Oder sie waren wie auch heute noch als Ausbilder in der Schwimmausbildung tätig.

Pfingsten 1987: Drei Tage verbrachten 14 aktive Jugendliche der DLRG in Damp an der Ostsee. Dort waren sie in Zeltdachhäusern mit Selbstverpflegung untergebracht. Die aktiven Schwimmer schreckte auch das etwas kühle Wasser der Ostsee nicht. Obwohl sie in der Halle schwimmen konnten, ließen sich es einige nicht entgehen in die kalten, salzigen Fluten zu stürzen.

Einen neuen Lehrgang veranstalteten die Pinneberger am 14. und 15. Juni 1988 in den Räumen des Schulungs-zentrums.

Bei einem Kursus zur Herz-Lungen-Wiederbelebung brachten die Ausbilder nicht nur den eigenen Rettungsschwimmern, sondern auch Nichtmitgliedern die wichtigen Maßnahmen bei. Nachdem jahrelang nur die Mund-zu-Mund-Beatmung gelehrt wurde, unterrichtete die DLRG von nun an auch die dazugehörige Herz-Druck-Massage.

„Einer geht noch...“, dies war der Leitspruch einer sehr merkwürdigen Aktivenfahrt am 15. August 1988. Ziel war die Privatbrauerei in Einbeck, in der man zu einer Führung eingeladen worden war. Laut Gerd Dittrich gab es zum Abschluss, nachdem schon das ein oder andere Bier probiert wurde, noch ein paar Kisten als Reiseverpflegung mit auf den Heimweg. Diese reichten allerdings bei 40 mitgereisten Mitgliedern nur bis zur nächsten Raststätte, bei der für Nachschub gesorgt werden musste.

Ein neues Kapitel in der Geschichte der Ortsgruppe begann im Oktober 1989. Es wurde die neue Wachstation an der Pinnaumündung eingeweiht. Von dort beaufsichtigten Wachgänger mit zwei Rettungsbooten des Bezirkes Pinneberg die Pagensander Nebenelbe. Die Wachstation, die aus einem alten Bauwagen bestand, wurde jeweils vom 1. Mai bis zum 30. September besetzt. Auch Rettungsschwimmer der Pinneberger Gliederung beteiligten sich am Elbewachdienst.

Den bisherigen Mitgliederhöchststand verzeichnete die Ortsgruppe 1989. Zu diesem Zeitpunkt zählte die DLRG Pinneberg 1.600 Mitglieder.


Als sich eine Gruppe von Tauchinteressierten gefunden hatte, stellte sich die Frage, wie man die teure Ausrüstung finanzieren sollte. Man kam zu dem Entschluss, eine Haus- und Straßensammlung ins Leben zu rufen. 1990 konnten die benötigten Tauchgeräte und ein Kompressor gekauft werden, nachdem auch noch die Kreissparkasse Pinneberg diese Aktion mit 2.800 DM gesponsert hatte. 

Am 1. November 1990 begann bei der Pinneberger DLRG die Ausbildung von zehn und elfjährigen „Wasserratten“ zu Juniorrettern. Der neu ins Schulungs-programm aufgenommene Kursus hatte die Teilnehmer in die Maßnahmen der Selbstrettung, in die Grundkenntnisse der Fremdrettung und die „elementare Erste-Hilfe“ eingeführt. Während der Ausbildung wurden die Kinder darauf geschult, auch in dramatischen Situationen Ruhe zu bewahren und helfend einzugreifen.

Am 11. April 1991 überreichte Frau Tidick Horst Gundlach im Beisein von Pinnebergs Bürgermeister Jan Nevermann sowie Bürgervorsteher Bruno Möwius die Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen einer Feierstunde im Kieler Kultusministerium. Diese höchste Auszeichnung für ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle der Allgemeinheit wurde Horst Gundlach u.a. für seine 25jährige Tätigkeit als Schatzmeister und Geschäftsführer in der DLRG Pinneberg verliehen.

 

Die Aktivenfahrt vom 8. bis 9. Juni 1991 war ein voller Erfolg. Das Ziel der Reise war die Insel Neuwerk gewesen, die die unterschiedlichen Alterklassen zu Fuß oder im Pferdewagen erreichten. Übernachtet wurde je nach Alter im Gasthaus oder wie die meisten jüngeren Mitglieder im Heuboden, was natürlich für alle Beteiligten etwas besonderes war.

Das Ziel der DLRG Fahrradtour am 31. August 1991 war der Strommast in Heltingen. Eine Funkübung der Freiwilligen Feuerwehr Hetlingen ermöglichte die Besteigung des höchsten Strommastes der Welt. Um den Blick aus über 200 Meter Höhe über die Elbe bis Pinneberg und Hamburg zu genießen, mussten allerdings zuvor die 1212 Stufen bis zur Spitze zurückgelegt werden.

Das Wochenende vom 22. bis 24. Oktober 1992 nutzten einige Wachgänger, um sich wieder in Topform zu bringen. Unter der Leitung von Winfried Aue war die Gruppe zur internen Schulung in Schuby an der Ostsee aufgebrochen. Die Kenntnisse in der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) und auch in der Verbandslehre wurden aufgefrischt. Dieses zusätzliche Seminar sollte der Sicherheit der Pinneberger Badegäste und somit dem Dienst am Nächsten zu Gute kommen.

1993 ging es zurück zu den Wurzeln. Eine dreitägige Ausfahrt unter dem Motto „80 Jahre DLRG – 40 Jahre DLRG Pinneberg“ führte auf die Ostseeinsel Rügen, dem Geburtsort der DLRG. Wegen des Unglücks 1912 stand die Besichtigung der Stadt Binz ebenso auf dem Reiseprogramm wie ein Besuch der Kreidefelsen am Königsstuhl und ein Abstecher zum Cap Arkona. In Binz nahmen einige der Mitgereisten beim Anbaden der Ostsee teil. Gemeinsam mit DLRG-Mitgliedern aus Binz und einigen Badegästen stürzten sich die Pinneberger in die zwölf Grad kalten Fluten.

Nach den Ortsgruppen aus Quickborn und Wedel wandelte sich auch die Gliederung der DLRG Pinneberg am 15. März 1994 in einen selbstständigen Verein. Aus steuerlichen Gründen leitete der Landesverband der DLRG Schleswig Holstein die Selbstständigkeit ein, welche auf der Gründungstagung einstimmig beschlossen wurde. Durch diese Umschreibung erlangte der Vorstand mehr Verantwortung. Nun musste nicht mehr die Zustimmung aus Kiel bei Neuanschaffungen eingeholt werden.

Bei den DLRG-Wettkämpfen über Himmelfahrt 1994 in Kiel sicherte sich der 15 jährige Tobias Jaeckel den Landesmeistertitel im Einzel. Zum Wettkampf der männlichen Jugend zählten 100 Meter Hindernisschwimmen, 50 Meter Schleppen einer Puppe, 100 Meter Flossenschwimmen und die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Mit diesem Erfolg auf Landesebene hatte sich der Rettungsschwimmer für die Bundesmeisterschaften qualifiziert. 

Pfingsten 1994 fuhr die DLRG-Jugend erstmals zu einer Zeltfreizeit nach Ladelund, einem kleinen Dorf an der dänischen Grenze. Dort wurde an einem Natursee das Lager aufgeschlagen und die vielen Kinder und Jugendlichen genossen das spannende und aktionsreiche Programm. Dazu gehörte auch eine Fahrt nach Sylt, bei der sich das Wetter glücklicherweise von seiner besten Seite präsentierte.

Ein langer Traum war in Erfüllung gegangen. Der Ortsverein der DLRG hatte am 9. Juli 1995 erstmals ein eigenes Fahrzeug bekommen, einen nagelneuen VW-Bus. Der Neunsitzer sollte vor allem für Fahrten zur Wachstation in Kollmar sowie zu Jugendwettbewerben auf Landes- und Bundesebene eingesetzt werden. Möglich wurde der Kauf durch drei Firmen aus dem Kreis Pinneberg, die das Projekt sponserten und einer Straßensammlung.

Nur einige Tage vorher erwarb die DLRG Pinneberg für 18.000 Mark ein gebrauchtes Boot der DLRG Itzehoe. Mit dem 150 PS starken, extrem wendigen Schlauchboot war es auch möglich, dass ein Sextett der Pinneberger bei der Weltmeisterschaft der „Hobie Cat 14-Segler“ vor der Insel Föhr teilgenommen hatte.<o:p></o:p><//font>

 

Am 19. März 1996 beendete Horst Gundlach nach 31 Jahren seine aktive Vorstandsarbeit, bleibt der DLRG Pinneberg aber noch als Ausbilder in der Erwachsenen- und Kinder-schwimmausbildung erhalten.

Im Juni 1996 durften sich einige Mitglieder erstmals am größten Segelsportereignis der Welt, der Kieler Woche, mit dem neuen Schlauchboot „Rhin“ beteiligen. Extra für diesen Einsatz wurden die Pinneberger Helfer vom Bekleidungshersteller Jeantex aus Rellingen mit wasser- und winddichten Wetterjacken ausgestattet.<o:p></o:p><//font>

Zu einer ganz besonderen Sommerfreizeit startete am 15. Juli 1997 eine Gruppe von 13 Leuten Richtung Schweden. Dort paddelten die Jugendlichen in zehn Tagen quer durch die Wildnis. Natürlich wurde in Zelten übernachtet und auch das Essen musste über offenem Feuer zubereitet werden. Nachdem die Kanus wieder abgegeben worden waren, machte sich die Gruppe auf den Weg nach Stockholm, wo sie noch vier Tage lang die Stadt unsicher machte. Nach 17 Tagen waren die Abenteurer wieder in Pinneberg angekommen.

Die Pinneberger wurden im Juli 1997 Landesmeister beim erstmalig ausgetragenen Rescue-Wettbewerb der DLRG in Eckernförde. Es mussten zahlreiche Aufgaben absolviert werden, wie z.B. Parcours mit dem DLRG-Rettungsboot, die Durchführung der „Herz-Lungen-Wiederbelebung“ oder das geschickte Rangieren von Bus und Bootstrailer.

Im Frühjahr 1998 war es dann soweit: Das betagte Motorrettungsboot wurde überarbeitet. Dazu musste der Schlauch abgenommen werden. Dies passierte unter abenteuerlichen Bedingungen in einem Zelt im Pinneberger Freibad. Nachdem der Rumpf gespachtelt und lackiert war, wurde dieser zur Montage des neuen Schlauches in die Werft gebracht.

Im Rahmen des Sommerferien-programms der Stadt Pinneberg waren 20 Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 16 Jahren beim Abenteuer-Camping im Pinneberger Freibad dabei. Die Veranstaltung im Juli 1998 wurde von der DLRG unter der Leitung von Jugendwart Martin Bröcker und einigen Helfern organisiert. Das leere Freibadgelände lud zum Spielen und Toben ein. Abends versammelten sich alle am Lagerfeuer und verzehrten mit Genuss das dort zubereitete Stockbrot, bevor sie am nächsten Morgen wieder abgeholt wurden.

Während einer Landesverbandstagung  am 2. Januar 1999 in Eckernförde wurde der DLRG Pinneberg der lang ersehnte zweite Bus übergeben. Da der Landesverband sich ein neues Fahrzeug gekauft hatte, ergab sich die Möglichkeit den VW-Bus mit Allradantrieb zu übernehmen.

Am 3. Mai 2000 stimmte die Ratsversammlung Pinnebergs dem Abschluss eines Erbvertrages für ein 1500 Quadratmeter großes Areal zu. Im Gebiet „Am Hafen“ soll dann ein neues Schulungszentrum errichtet werden.

Im Jahre 2000 zeichnete sich die Jugendgruppe auf besondere Weise aus. Im Wildgehege im Klövensteen errichteten die Rettungsschwimmer im Alter zwischen neun und 22 Jahren eine „gläserne“ Nistgelgenheit für zahlreiche Tiere. Die jüngeren Mitglieder sammelten im selben Waldgebiet Müll. Für den Bau Nisthauses erhielt die Gruppe zwei Umweltpreise, den einen von der HEW und den anderen vom Landessportverband Schleswig-Holsteins und der Schleswag. Als Lohn gab es ein Preisgeld in einer Höhe von insgesamt 3600 Mark.

Im selben Jahr schrieb die weibliche Jugend der Altersklasse 15/16 bei den Deutschen Meisterschaften im Rettungschwimmen Geschichte. Nachdem sich das Quintett letztes Jahr den Landesmeistertitel sicherte, erreichte es in Halle an der Saale in den Disziplinen Puppen-, Gurtretter-, Hindernis- und kleine Rettungsstaffel den fünften Platz. Außerdem mussten die Mädchen noch den Wettkampf in r Herz-Lungen-Wiederbelebung absolvieren, der mit in die Gesamtwertung einging.

Im Januar 2001 startete die DLRG Pinneberg ein Projekt, das es bislang noch nicht in dieser Form gegeben hatte. Unter dem Motto „Eisrettung“ sollte Jungen und Mädchen im Kindergartenalter der Umgang mit zugefrorenen Gewässern erklärt werden. Nicht nur theoretisch, sondern auch spielerisch wurde der Nachwuchs herangeführt, auf welche Weise und mit welchen Hilfsmitteln Verunglückten geholfen werden kann.

Schon im Juni erweiterte die DLRG Pinneberg ihr Ausbildungsprogramm um das DLRG-Nivea-Kindergartenprojekt „Mehr Sicherheit für Kinder im und am Wasser“. Es sollte die Kinder über den sicheren Umgang mit dem Element Wasser aufklären. Auf spielerische Art und Weise wurden die Gefahren erklärt, die an Teichen oder beim intensiven Sonnenbaden lauern. Wie auch das Eisprojekt leitete Horst Gundlach die ersten Kurse in den Pinneberger Kindergärten.

Die Währungsumstellung auf Euro brachte der DLRG Pinneberg Anfang 2002 knapp über 10.000 € an Spendengeldern ein. Durch den Wegfall der europäischen Währungen nutzen viele Bürger die aufgestellten Spendenringe, um die später wertlosen Münzen loszuwerden. Die in den Filialen der Kreissparkasse Pinneberg aufgestellten Behälter mussten zweimal wöchentlich von der DLRG-Jugend gelehrt werden. Die Kreissparkasse war so nett und tauschte diese Mengen an ausländischer Geldstücke für die DLRG um.

Im Mai 2002 bekam die DLRG Pinneberg ein neues Rettungsboot, welches am 1. Juni 2002 in Wedel auf den Namen des Sponsors „Power Box“ getauft wurde. Mit dem 200 PS starken und 6,50 Meter langen Boot sollte nun noch mehr für die Sicherheit der Wassersportler gesorgt werden.